November im April

Es ist Ende April und wenn ich aus dem Fenster schaue, dann sehe ich nichts als grau. Grau. Grau. Grau. An meinem Fenster laufen noch die Regentropfen vom letzten Schauer herunter und ich kann hören, wie der Wind um die Häuser weht. Vor vier Jahren konnte ich die Nacht auf den 01. Mai mit kurzer Hose draußen verbringen und nun stehe ich morgens vor dem Spiegel und frage mich ob ich es wagen kann ohne Schal vor die Tür zu gehen ohne dass ich direkt Halsschmerzen bekomme. Der Frühling lässt definitiv ziemlich lange auf sich warten und der April zeigt mal wieder sehr deutlich, dass er einfach macht was er will. Unaufhaltsam. Und wir müssen uns ihm anpassen, können höchstens bunte Pullover tragen, aber Tops und kurze Hosen müssen erstmal im Schrank warten. Dabei sah es in den letzten Wochen doch schon so vielversprechend aus. Der Himmel war jeden Tag strahlend blau und wenn ich morgens aufgewacht bin, blinzelte ich der Sonne entgegen. Aber vielleicht haben wir uns zu früh gefreut. Zu hohe Erwartungen gehabt und zu voreilig die Sonnenbrillen herausgekramt. Die können jetzt nämlich auch wieder zu Hause bleiben. Das hier fühlt sich gerade ziemlich stark nach Herbst an. Nach November im April. Dabei könnte es aussehen wie der Frühling. Die Bäume sind grün, die Blumen blühen – wenn der Regen bloß nicht wäre. Wieso wird die Lust nach Frühling, nach langen Nächten mit milden Temperaturen mit dem Regen immer größer? Und wieso wird die Angst vor manchen Dingen mit den Erfahrungen immer größer? Wieso akzeptieren wir nicht einfach was ist und was wir nicht ändern können? Wieso warten wir auf etwas Besseres, anstatt einfach das Beste an den Dingen, die wir haben und nicht wollen, zu erkennen und woher wissen wir überhaupt, dass das wonach wir uns sehnen, wirklich das Bessere ist?

Machen wir das Beste aus diesem zweiten Herbst und man sollte nicht vergessen, dass die wunderschönen Blumen, welche im Sommer blühen, ohne Regen gar nicht wachsen könnten. Und so ist es mit dem Schmerz, er bringt uns dazu zu wachsen, bis wir irgendwann aufblühen und.. glücklich sind – bis zum nächsten Herbst.

DSC_0137KLEIN DSC_0153KLEIN DSC_0160KLEIN DSC_0176KLEIN DSC_0183KLEINbuntKLEIN

You may also like

4 Kommentare

  • Leonie Rahn
    29. April 2016 at 21:23

    Ein sehr hübsches Lächeln hast du!:) Und klar, du hast schon recht, ändern kann man das Wetter nicht aber ich bin ein Mensch, dessen Laune sooo stark vom Wetter abhängig ist.. ein paar Sonnenstrahlen wären schon ganz nett:) Liebe Grüße, Leonie von http://eyeofthelion.de

    • Alina
      Alina
      29. April 2016 at 21:42

      Dankeschön :))
      Ja das stimmt auf jeden Fall. Meine Laune steigt auch erheblich wenn draußen die Sonne scheint, aber was soll man machen 🙂
      Liebe Grüße <3

  • Vicky
    30. April 2016 at 9:49

    Grausliges Wetter! Kann es nicht einfach schnell wieder Sommer werden???

    hab ein schönes Wochenende!
    Vicky | The Golden Bun / Instagram TGB

    • Alina
      Alina
      30. April 2016 at 16:23

      Danke, dir auch ein schönes Wochenende 🙂

LEAVE A COMMENT

About me

Alina

Alina

20. Bremen. Berlinliebe. Tagebuch. Schreiben. Wasser. Reisen. Meer. Pizza. Uni. Liebe. Chai Latte. Lesen. Gedanken. Fotos. Erinnerungen. Hier und jetzt.

Signature

Follow

Follow
Follow