Halt bitte an

Ich denke viel nach. Darüber bin ich froh, schließlich sind meine Texte die Resultate meiner Gedanken.

Ich werde wahrscheinlich nie eine Person sein, die alles einfach so hinnimmt, ohne es 10-mal zu hinterfragen. Oder 1000-mal.

Natürlich ist das für mich okay, es bringt nichts, dagegen anzukämpfen.

Aber ich denke viel nach. Zu viel. Und es ist die größte Belastung, der ich momentan ausgesetzt bin. Denn nichts lähmt mich mehr, als meine Ängste, die in meinem Kopf entstehen, wenn ich auf dem Sofa sitze und nachdenke. Ängste, die vielleicht völlig unberechtigt sind. Die objektiv als so sinnlos erscheinen, aber subjektiv betrachtet hat nie etwas mehr Sinn ergeben als das.

Es ist schlimm, sich selbst im Weg zu stehen, obwohl man den Weg gehen möchte. Man verbaut ihn sich selbst und ärgert sich irgendwann, umgekehrt zu sein. Aber was bleibt schon anderes übrig?

Von anderen Menschen kann man Abstand nehmen, von sich selbst und seinen Gedanken jedoch nie.

Und dann sitzt man da, dreht die Musik so laut auf, dass mein seine Gedanken nicht mehr hören kann und fragt sich, wieso. Wieso diese Erwartungen, wieso solche Ängste alles zerstören müssen. Aber keiner wird es verstehen, weil jeder sagen wird, dass nur man selbst etwas dafür kann.

Und ja, das stimmt schon. Aber in solchen Momenten bin ich mir selbst fremd.

Meine Einstellung bereitet mir Angst. Alles bereitet mir Angst. Ich kann das Wort „Angst“ langsam nicht mehr hören, schreiben, lesen, denken.

Ich kann langsam nicht mehr denken, aber das Gedankenkarussell dreht sich immer weiter. Ich möchte anhalten, aussteigen. Endlich raus! Endlich wieder so frei und unbeschwert über den Jahrmarkt laufen wie damals. Aber es hält nicht an.

Da sind diese Ängste, die nicht verschwinden. Habe so oft versucht, ihnen gegenüberzutreten und in die Augen zu schauen, gegen sie anzukämpfen. „Wer ist hier der Stärkere?“

Sie haben gewonnen.

Vielleicht sollte ich ihnen in die Augen schauen und sie akzeptieren. Das möchte doch jeder. Vielleicht werden sie dann merken, dass sie mir nichts beweisen müssen.

Aber vielleicht muss ich auch immer in diesem Karussell sitzen bleiben – bis mir schlecht wird.

Es kann so Spaß machen Karussell zu fahren, aber die Angst vor dem Übergeben ist zu groß.

Es kann so befreiend sein, die Kontrolle abzugeben, aber die Angst sie zu verlieren, lässt mich daran festhalten.

Es kann so schön sein, zu vertrauen, aber nichts ist schlimmer als enttäuscht zu werden.

Und wo man gewinnen kann, gibt es auch immer Verlust. Je höher man fliegt, desto tiefer fällt man. Aber ist schon komisch, dass sich fallen für einen Moment wie fliegen anfühlt.

Halt bitte an. Lass mich endlich raus, lass mich endlich wieder frei. Mir wird schwindelig. Diese Fahrt hier macht keinen Spaß mehr.

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Alina

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20. Bremen. Berlinliebe. Tagebuch. Schreiben. Wasser. Reisen. Meer. Pizza. Uni. Liebe. Chai Latte. Lesen. Gedanken. Fotos. Erinnerungen. Hier und jetzt.

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