Deine Gedanken steuern dein Leben

Ich wache auf. Montagmorgen, die Motivation fehlt. „Oh nein, nicht schon wieder Montag.“ denke ich. Stehe auf, laufe schlaftrunken in die Küche, esse mein Müsli, ziehe mich an und gehe aus dem Haus. Ich funktioniere. Körperlich. Aber mein Kopf sagt mir was anderes. Ich habe keine Lust, ich bin müde und diese Woche steht viel zu viel an. Kaum Zeit für mich oder andere Dinge und Menschen, die mir etwas bedeuten. Zu viele Verpflichtungen. Und dann noch dieses Wetter – es schneit, es ist so kalt. Ich schaue auf meine Uhr, es ist noch immer viel zu früh. Komme in der Uni an, sehe all die Menschen wieder, die ich kaum vermisst habe. Kaufe mir einen viel zu teuren Chailatte und setze mich in den Hörsaal, es warten zwei Stunden langweilige Vorlesung auf mich. Die zwei Stunden verbringe ich damit meine Augen halbwegs offen zu halten und irgendetwas von der Vorlesung mitzubekommen. Endlich ist sie vorbei, ich kann nach Hause – toll, da muss ich ja noch lernen und aufräumen und den Abwasch machen und und und. Kann ich mich nicht einfach mal entspannen? Der Montag zieht sich träge dahin, ich tue, was ich tun muss. „Wenigstens läuft heute Abend meine Lieblingsserie“ denke ich, schaue in die Fernsehzeitung und entdecke, dass stattdessen ein Film läuft. Programmänderung. Das einzige Highlight meines Tages wurde mir soeben gestrichen, kann der Tag eigentlich noch nerviger und anstrengender werden? Ja, kann er. Mich erreicht eine wütende Whatsapp-Nachricht, ich hätte mich zu lange nicht gemeldet steht drin. Ich diskutiere hin und her, meine Laune ist im Keller, lasse mich schließlich auf ein Treffen ein, obwohl ich eigentlich gar keine Zeit dafür habe. Immernoch besser als diese endlos lange Diskussion. 22 Uhr. Der Tag geht langsam vorbei, ich möchte einfach nur ins Bett und schlafen. Ich habe alle Dinge, die ich heute erledigen musste, erledigt, kann aber dennoch nicht stolz auf mich sein, verspüre kein Glücksgefühl. Toll. Alles umsonst.


So oder so ähnlich hat wohl jeder von uns schon mal gedacht. Manchmal wachen wir auf und haben keine Lust auf gar nichts, sehen alles als Verpflichtung, fühlen uns bedrängt vom Alltag und der wenigen Zeit, die wir haben und nicht sinnvoll nutzen. Weil wir sie damit verbringen, negativ zu denken. Ganz egal, wie viel wir an einem Tag erledigen oder wie viel wir nicht erledigen, wie viele Herausforderungen wir meistern oder ablehnen – wenn unsere Gedanken negativ sind, stempeln wir den Tag schnell als schlecht ab. Unsere Gedanken steuern unser Handeln, unsere Gefühle.

You’ll never have a positive life with a negative mind.

An diesem Zitat ist etwas dran. Wenn wir alles negativ sehen, ist es kein Wunder, dass wir alles als negativ empfinden. Wie soll uns gutes wiederfahren, wenn wir in allem das Schlechte suchen? Wir geben den positiven Aspekten gar keine Chance, aber das sollten wir. Denn dann ist alles so viel einfacher und schöner und wir können mit einem Lächeln Dinge erledigen, die eigentlich Pflichten sind. Aber wenn wir sie positiv sehen, sind es keine Pflichten mehr. Dann sind es Herausforderungen, die wir meistern.


Ich wache auf, Montagmorgen. Stehe auf, es ist etwas kalt, aber das vergesse ich bei dem Blick aus dem Küchenfenster schnell: es hat endlich geschneit, die Autos und Dächer sind weiß. Ich öffne das Fenster, kühle, klare Luft strömt hinein. Ich werde wacher, esse mein Lieblingsmüsli und schalte das Radio ein. Überlege schon mal, was ich gleich anziehe und freue mich raus in den Schnee zu gehen, auch wenn ich noch immer etwas müde bin. Auf dem Weg zur Uni überlege ich, was mich dort erwartet: eine zweistündige Vorlesung über ein Thema, welches mich eigentlich nicht allzu sehr interessiert, aber vielleicht lohnt es sich am Ende und ich finde es doch interessant? Ich werde mich auf das Thema einlassen, um etwas neues zu lernen. Ich hab mir das Studium ja schließlich ausgesucht, also sollte ich auch das Beste daraus machen. An der Uni kaufe ich mir noch schnell einen Chailatte – etwas überteuert, aber einfach der Leckerste. In der Vorlesung fällt mir die Konzentration zwar manchmal etwas schwer, aber dennoch stelle ich fest, dass das Thema gar nicht so langweilig ist, wie erwartet. Man muss sich nur darauf einlassen. Die Vorlesung ist vorbei und ich gehe zur Bahnhaltestelle, überlege was ich zu Hause noch machen muss. Lernen und Aufräumen. Eigentlich ziemlich nervig, aber immerhin lohnt sich beides. Wenn ich vernünftig lerne, kann ich mich am Abend mit meiner Lieblingsserie und in der Klausurenphase mit guten Noten belohnen und wenn ich aufräume, fühle ich mich einfach wohler in meinem Zimmer. Außerdem geht das ja ganz schnell. Nachdem das Lernen geschafft ist, schalte ich den Fernseher ein und stelle fest, dass statt meiner Lieblingsserie ein Film läuft. Finde ich erst etwas schade, aber naja, dann schaue ich eben den Film, vielleicht ist er gut. Und wenn nicht, kann ich immer noch lesen oder Youtube-Videos schauen. Hauptsache ich kann mich entspannen und habe Zeit für mich. 22 Uhr. Ich werde langsam müde und lege mich in mein Bett. Lasse den Tag Revue passieren – der Tag war anstrengend, aber ich habe viel geschafft und konnte mich zur Belohnung am Abend entspannen. Ich habe alles erledigt, was ich erledigen wollte und bin stolz auf mich. Glücksgefühle. Es hat sich gelohnt und ich freue mich schon auf morgen.

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6 Kommentare

  • Bea
    4. Januar 2016 at 22:09

    Liebe Alina,
    du hast einen wirklich schönen und nachdenklichen Post verfasst. Ich persönlich finde es sehr wichtig positiv zu denken und die guten Seiten an einem noch so schrecklichen Tag zu sehen. Vielleicht sollten uns die kleinen Dinge im Leben einfach mehr Freude bereiten, wie der erste Schnee, über welchen ich mich heute morgen auch noch ziemlich geärgert habe.
    Das ist ein wirklich schöner Text und dir super gelungen!

    Liebste Grüße
    Bea von Pink Room

    • Alina
      Alina
      4. Januar 2016 at 22:10

      Vielen Dank für dein liebes Feedback, freut mich, dass dir der Post gefallen hat! 🙂
      Liebe Grüße <3

  • Anna
    4. Januar 2016 at 23:39

    Sehr wahre Worte! Ich habe heute einen Newsletter gelesen, in dem der Autor sagte, er verbindet Dankbarkeit mit Symbolen. Wenn er beispielsweise morgens das Haus verlässt und den Türgriff in der Hand hat, hält er kurz inne und ist dankbar: Dafür, dass er einen Job hat, der es ihm ermöglicht morgens das Haus zu verlassen und dankbar, dafür, dass er abends wieder in seine gemütlichen eigenen vier Wände zurück kommen kann. Ich fand diesen Gedanken toll. Ich werde mich darin jetzt auch mal üben und bin mir sicher, dass ich schon morgens über ganz viele Symbole stolpern werde, die mich dankbar und mir positive Gedanken machen.

    Alles Liebe <3

    • Alina
      Alina
      4. Januar 2016 at 23:43

      Ich freue mich immer so über deine Kommentare, Anna!
      Das mit den Symbolen klingt wirklich interessant, muss ich auch mal ausprobieren. Man muss eben die alltäglichen Dinge schätzen lernen, wie z.B. ein zu Hause zu haben. Ist ja eigentlich was ganz normales, aber wenn man wirklich darüber nachdenkt, ist das schon ein Grund glücklich(er) zu sein.
      <3

  • KunterGrauDunkelBunt
    5. Januar 2016 at 21:35

    WOW
    Wahnsinnig interessanter Post !!!!
    Ich finde ihn sehr schön anschaulich geschrieben und wunderschön flüssig zu Lesen .
    Auch deine Ganze Seite ist sehr ansprechend wenn auch etwas Düster gehalten macht sie den Anschein eines Sehr Alten Tagebuches das man gefunden hat. Großartig !
    Was mir nicht sehr gut gefällt ist die Schnee animation
    Das ist eindeutig geschmacksache 🙂
    http://kuntergraudunkelbunt97.blogspot.de/

    • Alina
      Alina
      6. Januar 2016 at 17:45

      Vielen Dank! 🙂 Freut mich, dass dir mein Blog gefällt.
      Stimmt, die Schneeanimation ist Geschmacksache 🙂

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Alina

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20. Bremen. Berlinliebe. Tagebuch. Schreiben. Wasser. Reisen. Meer. Pizza. Uni. Liebe. Chai Latte. Lesen. Gedanken. Fotos. Erinnerungen. Hier und jetzt.

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