Alles ist ruhig

Sonntagnachmittag. Klare Luft, die Straßen sind weiß. Endlich hat es geschneit. Das ist genau das Wetter, welches wir alle an Weihnachten haben wollten.

Wir können nicht alles haben, was wir wollen. Aber wenigstens können wir alles sein. Und macnhmal gibt uns das Leben eben nicht, was wir wollen, weil etwas Besseres auf uns wartet oder weil wir es später bekommen sollen.

Manchmal wissen wir nicht so recht was wir wollen, manchmal sind unsere Gedanken durcheinander und unsere Gefühle chaotisch. Sie überrumpeln uns. Wir suchen nach Klarheit, können sie nicht finden. Tapetenwechsel.

Alles ist zu laut, zu schnell.

Wir denken zu negativ, handeln zu ängstlich, weil wir uns nicht sicher sind. Weil wir nicht wissen was wir wollen. Wie auch, wenn uns so viele Optionen offen stehen? Wenn es tausend Wege gibt und wir immer und immer wieder dieselben Fragen beantworten müssen. Alle wollen Pläne hören, Ziele. Wir müssen uns jeden Tag aufs Neue motivieren, weil alle damit prahlen, wie motiviert sie sind. Was sie alles erleben wollen und schon erlebt haben.

Und wir sind irgendwo dazwischen, wollen allen Erwartungen gerecht werden, wissen gar nicht mehr was unsere eigenen sind.

Gerade jetzt am Jahresanfang sollte unsere Motivation und Disziplin nur so aus uns heraussprudeln. „Neue Jahreszahl – neues Ich“ lautet jeden Januar die Devise. Aber so funktioniert das nicht. Auch der erste Tag eines neuen Jahres hilft uns nicht, herauszufinden, was unsere Ziele sind. Alles geht zu schnell, wir brauchen Ruhe.

Die weihnachtliche Besinnlichkeit ging zu schnell vorbei, ist längst wieder vergessen, obwohl es doch noch gar nicht lange her ist. Die Welt hat sich so schnell weitergedreht.

Aber heute ist ein wenig Ruhe eingekehrt. Die Welt wurde angehalten. Es waren weniger Autos unterwegs und draußen erschien alles irgendwie friedlicher. Das war die Ruhe, die ich brauchte. Das war dieser Tapetenwechsel. Ich brauch kein anderes Land, kein neues zu Hause. Einfach mal eine ruhige Umgebung – mit Schnee bedeckt – kann schon helfen, um die Dinge wieder etwas klarer zu sehen. Tief einatmen, die klare Luft spüren. Das Gesicht friert, aber trotzdem überkommt mich ein Gefühl der Wärme.

Ich liebe Schnell. Egal wie kalt er ist. Manchmal ist kalt auch gut. Nicht nur der Regen friert ein, auch der Stress. Schnee ist so friedlich, so weiß und klar. Irgendwie wirkt er beruhigend und macht glücklich. Vielleicht, wegen all der Kindheitserinnerungen. Es ist, als wäre es das zweite Weihnachten, ein paar Tage später.

Alles ist ruhig.

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2 Kommentare

  • Sarah
    5. Januar 2016 at 22:09

    Ich bin auch sehr froh, dass endlich mal Schnee liegt. Es hat wirklich etwas beruhigendes. Alles läuft etwas langsamer ab und man kann sich nicht mehr so durch den Tag hetzen, ohne vielleicht ins Schleudern zu kommen oder auch mal auszurutschen. Vielleicht sollte ein wenig öfter Schnee liegen.
    Liebe Grüße
    Sarah von https://mademoisellemuffin.wordpress.com/

    • Alina
      Alina
      6. Januar 2016 at 17:46

      Finde ich auch 🙂

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Alina

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20. Bremen. Berlinliebe. Tagebuch. Schreiben. Wasser. Reisen. Meer. Pizza. Uni. Liebe. Chai Latte. Lesen. Gedanken. Fotos. Erinnerungen. Hier und jetzt.

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