Ein Wochenende in Riga

Ich versuche, jedes Jahr neue Orte kennen zu lernen und so viel wie möglich weg zu fahren oder weg zu fliegen. Immer ein bisschen aus dem Alltag flüchten, neue Erinnerungen und Erfahrungen sammeln. 2017 war ich in Mailand & Brüssel und richtig oft in Berlin und gestern bin ich aus Riga wiedergekommen. Mein erster Städtetrip 2018.

Ursprünglich war ein Wochenende in Oslo geplant und gebucht, allerdings hat Ryanair ja einige Flüge gestrichen und darunter war auch unserer nach Oslo. Erst war ich etwas enttäuscht, aber dann haben sich daraus eigentlich nur Vorteile ergeben. 1. konnten wir direkt von Bremen nach Riga fliegen, nach Oslo wäre es von Hamburg aus gewesen, 2. haben wir durch die Stornierung seitens Ryanair Gutscheine bekommen und konnten die für unsere neuen Flüge verwenden und 3. hätte ich Riga sonst wahrscheinlich nie so richtig auf dem Schirm gehabt, was schade gewesen wäre, weil ich in den vergangenen Tagen gemerkt habe, wie schön die Stadt ist und wie viel sie zu bieten hat.

Falls ihr auch plant nach Riga zu fliegen oder euch ein erstes Bild von der Stadt machen wollt, helfen euch vielleicht meine folgenden Tipps für Unterkunft, Restaurants und alles, was noch so dazu gehört.

1. Unterkunft

Unsere Unterkunft haben wir bei Airbnb gebucht und waren zu 100% zufrieden. Wir hatten ein größeres Zimmer inklusive Kochnische und ein kleines Badezimmer für uns allein. Tees, Kaffee und ein paar Snacks sowie Wasser wurden uns zur Verfügung gestellt und allgemein war unser Airbnb so schön und liebevoll eingerichtet! Anete – unsere Gastgeberin – hat uns viele Tipps gegeben und war allgemein sehr sympathisch.

Ein weiterer Vorteil war auf jeden Fall die schnelle Erreichbarkeit des Zentrums und die vielen Restaurants und Cafés direkt in unserer Straße. Und für all das war es zudem unfassbar günstig. Die Unterkunft findet ihr hier.

2. Frühstückstipps

In der Nähe unserer Unterkunft waren viele Cafés, in denen man sehr gut frühstücken konnte. Am ersten Morgen waren wir im „Mute“, wo es unter anderem Omeletts und Crepes gab. Ein sehr schön eingerichtetes Restaurant mit offener Küche, vielen Pflanzen und vielen Lichterketten.

Sonntagmorgen waren wir vegetarisch brunchen im „Miit“, welches ebenfalls nicht weit entfernt von unserer Unterkunft lag (ca. 20 Minuten Fußweg). Der Brunch hat 9,50€ gekostet und hat viele verschiedene Salate und Pancakes beinhaltet.

Am letzten Morgen waren wir in der „Rocket Bean Roastery“ brunchen, welche nur 10 Minuten von der Unterkunft entfernt war und für 7,90€ eigentlich alles zu bieten hatte, was das Herz begehrt. 😀 Salate, Cornflakes, Brot, Rührei und Bacon, verschiedenes Obst und Gemüse…

Ich kann alle drei Cafés echt zum Frühstücken empfehlen und fand die „Rocket Bean Roastery“ glaub ich am besten, weil das Café schön groß war. Im „Miit“ war alles etwas eng und gequetschter, aber das ist nur ein klitzekleiner Minuspunkt. Das Essen war überall top!

3. Den Zentralmarkt besuchen

Der Zentralmarkt besteht aus fünf großen Hallen, in denen Obst/Gemüse, Fleisch, Fisch, Gebäck und Milchprodukte verkauft werden. Die Hallen stammen noch aus dem ersten Weltkrieg und Wikipedia sagt, dass der Zentralmarkt der größte Lebensmittelmarkt Lettlands ist.

Besonders empfehlen kann ich die Gebäck-Angebote. Es ist richtig günstig und man kann sich gut durchprobieren. 🙂

4. Durch die Altstadt schlendern

Der Zentralmarkt ist nicht weit entfernt von der Altstadt und so bietet es sich an, erst den Zentralmarkt zu besuchen und von dort aus dann in die Altstadt zu gehen. Hier läuft man durch enge Gassen und entdeckt einige der Sehenswürdigkeiten Rigas: die St. Petri Kirche, das Schwarzhäupterhaus und die Bremer Stadtmusikanten, was für mich als Bremerin besonders cool war. 😀 In der Altstadt haben wir uns dann noch ein gemütliches Café gesucht, um uns aufzuwärmen und Kuchen zu essen. Richtig, richtig gemütlich war das „Rigensis“. Eine Mischung aus traditioneller Bäckerei und Café und es gab eine riesige (und günstige) Auswahl an Kuchen, Torten und anderen Gebäcken.

5. Schlittschuhlaufen gehen

Am Sonntag waren wir schlittschuhlaufen! Das hab ich echt ewig nicht gemacht und festgestellt, wie viel Spaß es doch macht. Die Eislauffläche war draußen, es lief Musik und die gesamte Atmosphäre war total schön. Das Ganze war etwas außerhalb des Zentrums, mit Bus aber in ca. 15 Minuten zu erreichen. Auf dem Hinweg haben wir uns dazu entschieden, zu Fuß zu gehen und wir sind einfach eine Stunde gelaufen, was bei der eisigen Kälte echt anstrengend wurde. Aber es hat sich gelohnt!

6. Riga von oben sehen

Um Riga von oben zu sehen, kann man entweder die St. Petri Kirche besuchen und hier für 9€ mit dem Fahrstuhl nach oben fahren oder aber – falls man keine 9€ fürs Fahrstuhlfahren ausgeben möchte – die Skyline Bar des Radisson Blue Hotels besuchen, wo man dann etwas essen, einen Kaffee oder Tee trinken und die Aussicht genießen kann.

7. Wirklich, wirklich warm anziehen

Es ist ja eigentlich selbstverständlich, aber man sollte sich wirklich warm anziehen. In Riga war es ca. 10 Grad kälter als bei uns in Bremen, meistens waren es so um die -7 Grad und der Wind war so eisig kalt… ich hab mir an einem Marktstand noch dickere Handschuhe gekauft, weil meine nicht gereicht haben, hatte immer eine Strumpfhose unter meiner Jeans und ohne Mütze und Schal ging auch gaar nichts. 😀 Wenn, dann war mir aber eigentlich nur an den Händen und im Gesicht richtig kalt. Wenn man sich also warm genug anzieht, dann kann man es auch länger draußen aushalten.

Ich hatte meine silberne Daunenjacke mit, die ich im H&M-Sale ergattert habe. Die hat überraschend gut warm gehalten. 😀 Eine ähnliche findet ihr zum Beispiel bei Alba Moda, und zwar hier. – An dieser Stelle danke ich dem Online-Shop für die freundliche Zusammenarbeit!

8. Die Nationalbibliothek besuchen

Der Fluss Daugava teilt Riga in zwei Hälften. Auf der einen Seite des Flusses befindet sich das Zentrum Rigas und somit eigentlich fast alles „bedeutende“. Der anderen Seite haben wir aber auch einen Besuch abgestattet, da sich dort die Nationalbibliothek direkt an der Daugava befindet. 2014 wurde sie eröffnet und ist somit von außen und innen sehr modern.

9. Der Schokoladen-Laden Laima

Auf vielen Internetseiten und auch im Reiseführer habe ich gelesen, dass „Laima“ in Lettland so etwas wie Lindt hier in Deutschland ist. In der gleichen Straße, in der sich auch die Rocket Bean Roastery befindet, ist ein Schokoladenmuseum und einer von vielen Laima-Shops. Ich selbst habe mir dort Trüffelpralinen gekauft (die ich grad während des Schreibens hier probiert habe und sie sind so so lecker :-D) und ein paar Sachen habe ich als Mitbringsel gekauft.

10. Tipps fürs Abendessen?

So richtige Tipps kann ich hierfür zwar nicht geben, weil wir eigentlich relativ spontan entschieden haben und eher Restaurants in „unserer“ Straße bevorzugt haben, aber am Samstagabend beispielsweise waren wir im „Lido“, einer Restaurantkette, die man in Riga seehr häufig sieht. Ich hab vor unserem Städtetrip nach Restauranttipps geguckt und sehr oft wurde dabei Lido erwähnt, weil es eine gute Möglichkeit bietet, lettische Spezialitäten auszuprobieren und dabei relativ günstig ist.

Wir waren allerdings eher enttäuscht. Vielleicht waren wir in der falschen Filiale, aber die Atmosphäre war nicht besonders gemütlich und es lief eher kantinenmäßig ab: es gab eine Art Buffet, manches hat man sich selbst aufgetan und für manche Gerichte standen Mitarbeiter hinter der Theke und haben diese dann aufgetan. Mit seinen Tellern ist man dann zur Kasse gegangen und hat direkt bezahlt. Es hat mich etwas an die Uni-Mensa oder an das Ikea-Restaurant erinnert. Zwar war das Essen günstig, aber echt nicht so lecker, dass man die ungemütliche Atmosphäre dafür in Kauf nehmen möchte. Vielleicht ging es auch nur uns so, ansonsten waren alle Lidos, an denen wir vorbeigelaufen sind, nämlich immer gut besucht…

Eine kleine Restaurantempfehlung habe ich aber: am ersten Abend wollten wir nach unserer Ankunft noch etwas essen gehen und haben das „Wok & Kurry“ entdeckt. Dort gibt es indisches, thailändisches und chinesisches Essen. Die Atmosphäre ist eine Mischung aus Bar und Restaurant und wir haben eher durchschnittliches Essen erwartet, aber es war wirklich lecker und alles frisch zubereitet. Als Vorspeise haben wir Frühlingsrollen und indisches Naan-Brot mit Knoblauch gegessen und als Hauptspeise hatte ich ein grünes Curry. Wir waren begeistert. 🙂

Alles in einem hatten wir drei wunderschöne Tage in Riga und ich bin froh, dass wir uns für dieses Ziel unseres Städtetrips entschieden haben. Die Stadt ist sehr fortgeschritten, hat „hippe“ Cafés und Restaurants zu bieten und ich kann mir vorstellen, dass Riga ein immer beliebteres Reiseziel werden wird.

 

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