BLN Gedanken

[Geschrieben im November 2016]
Ich schließe die Haustür hinter mir, laufe an der Hauptstraße entlang. „Als ich das letzte Mal hier war, war noch so viel anders“ denke ich. Es ist ein halbes Jahr her seit ich durch diese Straße gelaufen bin. Unglaublich, wie viel sich in dieser Zeit ändern kann. Es ist nichts offensichtliches. Aber ich betrete die U-Bahn inzwischen mit anderen Gedanken, mit einer anderen Einstellung. Die Kämpfe, die ich vor einem halben Jahr mit mir selbst geführt habe, sind beendet. Und ich trete als Siegerin hervor. Stolz, ohne damit anzugeben. Es ist meine eigene Trophäe, mein heimlicher Sieg, von dem niemand weiß. Niemand wissen muss. Weil es mir genügt. Noch vor einiger Zeit habe ich mir über manche Dinge überhaupt keine Gedanken gemacht – und über einige viel zu viel. Ich habe begriffen, dass diese Dinge inzwischen komplett – wirklich komplett – irrelevant sind. Zum Glück. Über gewisse Themen lässt sich streiten, diskutieren. Man kann sie hinterfragen und sich aufregen. Aber eine gewisse „mir egal Haltung“ kann nicht schaden. Denn manche Dinge dürfen einen nicht einnehmen, zerstören. Loslassen. Es ist so viel passiert, dass jetzt etwas ganz anderes zählt. Ich belächle meine früheren Sorgen, Gedanken. Ein halbes Jahr – nichts hat sich geändert. Alles hat sich geändert. Es ist das große Ganze, das besser denn je funktioniert und im Einklang ist. Das spüre ich. Auch wenn es niemand anderes sieht – ich habe die Gewissheit.
Ich schließe die Haustür hinter mir, laufe an der Hauptstraße entlang. „Als ich das letzte Mal hier war, war noch so viel anders“ denke ich. Wie wird das beim nächsten Mal sein? Ich lächle. Das Leben ist schön.

PFEIL

Passend dazu habe ich vor Kurzem ein Zitat/ eine Aussage (oder wie auch immer man das nennen soll) auf Instagram gefunden: „I love it when things stop bothering you. Like two months ago I was totally bitter about so many things and now I’m like ‚U know what I don’t even care & that’s a beautiful feeling.‘ “ – Fasst einfach so so so perfekt mit meinen Gedanken und Gefühlen zu dem Zeitpunkt von vor einem halben Jahr, in dem ich diesen Text oben spontan in meine Handynotizen getippt habe, zusammen. Ich glaube jeder kennt diesen Moment, in dem man merkt: krass, vor einem halben Jahr habe ich mir tagelang den Kopf wegen eines Themas zerbrochen, vielleicht sogar Tränen vergossen und jetzt? Kann ich einfach drüber lachen. Es ist nicht mehr wichtig. ♥

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[Geschrieben im März 2017]
Ich schließe die Haustür hinter mir, laufe an der Hauptstraße entlang. „Als ich das letzte Mal hier war, war noch so viel anders“ denke ich. Die Sonne scheint und alles ist schön, aber irgendwie auch nicht. Alles stimmt. Nichts hat sich geändert, und doch ist inzwischen alles anders. Ich durfte in der Zwischenzeit neue Orte kennen lernen und mir wurde bewusst, dass die Zeit ausreicht, wenn man sie nutzt. Dass ich viel Zeit habe, wenn ich mir darüber im Klaren bin. Ich habe festgestellt, dass so gut wie alle Ängste unbegründet sind und frage mich: wieso habe ich sie dennoch? Komisch.
Ein paar Monate liegt es nun zurück, dass ich hier in die U-Bahn gestiegen bin. Völlig sicher, völlig positiv. Keine Zweifel – an gar nichts. Und jetzt: zu viele Dinge in meinem Kopf, obwohl er frei sein sollte. Es ist so schön hier und ich muss endlich wieder im Hier und Jetzt ankommen, ohne ständig an gestern und morgen und übermorgen und vorgestern zu denken.
Die Sonne scheint. Ich laufe die Frankfurter Allee entlang und mit dieser Aussicht und den Sonnenstrahlen in meinem Gesicht sollte es mir gar nicht so schwer fallen, Glücksgefühle zu empfinden. Und obwohl ich glücklich bin, gibt es in meinem Kopf diese Stressfaktoren, die es mir schwer machen wollen. Es wird Zeit für einen Schlussstrich.
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[Geschrieben im April 2017]
Wenn ich die Zeit anhalten könnte, ich würde es machen. Jetzt sofort. Denn das hier, das ist grad das Allerschönste und ich möchte es für immer festhalten und 100 mal wiederholen. Hab alle Sorgen zu Hause gelassen und schaue auf den rosanen Himmel. Regenbogen. Glücksgefühle. Ich will hier nicht mehr weg. Ich bin im Hier und Jetzt, alles ändert sich stetig und auch wenn mir Wörter wie „gestern“ und „morgen“ so viele Sorgen bereiten könnten – ich lasse das nicht zu. Ich bin hier. Mit dir. Und alles was ich mir wünsche, ist, dass dieser Moment nicht endet.
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[Geschrieben im Hier und Jetzt]
Es ist schon witzig, wenn ich auf meine Gedanken von vor ein paar Monaten oder sogar vom letzten Monat zurückblicke und feststelle, dass ich nun schon wieder an ganz andere Dinge denke, jedenfalls zum Teil. Wie viel sich in so einer kurzen Zeit ändern kann. Wie man sich ganz plötzlich wieder richtig wohl fühlen kann, obwohl man noch ein oder zwei Wochen zuvor ziemlich negativ gedacht hat. Wie stark die Gedanken mit dem Lebensgefühl zusammenhängen und wie schnell manche Gedanken von „Ich zerbreche mir den Kopf darüber“ zu „Inzwischen ist es einfach nicht mehr wichtig“ werden.
Einerseits ist es beruhigend, wie schnell das alles gehen kann. Von negativen Gedanken zu positiven. Wenn sich gestern alles scheiße angefühlt hat, kann heute schon wieder alles super sein.
Aber irgendwie ist es auch beunruhigend. Diese Gedankentiefs hat man immer mal und man weiß nie, wann sie das nächste Mal kommen. Man kann versuchen, sie mit positiven Gedanken wegzuschieben, aber an manchen Tagen will es dann trotzdem nicht klappen… und an solchen Tagen ist es schön zu wissen, dass es ganz sicher nicht für immer anhält.
 alina

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1 Kommentar

  • Sabrina
    15. August 2017 at 23:25

    Schöne Message, jeder hat mal schlechte Phasen und dann wieder gute. Das gehört zum Leben leider auch dazu. Jedoch wachsen wir mit Erfahrungen und müssen uns nunmal genauso unangenehmen Situationen stellen. Zum Glück geht wie du sagst, alles irgendwann einmal vorbei. Deshalb heißt es: nach vorne blicken 🙂 . LG

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20. Bremen. Berlinliebe. Tagebuch. Schreiben. Wasser. Reisen. Meer. Pizza. Uni. Liebe. Chai Latte. Lesen. Gedanken. Fotos. Erinnerungen. Hier und jetzt.

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