Nichts muss vergänglich sein

Es sind schon fast drei Wochen des Oktobers rum. Der Sommer ist endgültig vorbei, der Herbst ist da. So richtig. Das ging so schnell. Es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen, als ich auf der Wiese in der Sonne lag und für all die Klausuren gelernt habe. Ich hab die Augen geschlossen. Und als ich sie wieder geöffnet habe, sah ich nichts als grauen Himmel, hörte nichts als den Regen, der gegen meine Fensterscheiben peitschte. Irgendwann, wenn der Winter schon zu lange andauert, wünscht man sich Sonne und 30 Grad. Man denkt, dass man dann glücklicher wäre. Aber ich sitze hier. Die ersten Wochen des Oktobers ist vorbei. Die Kerzen brennen. Und ich bin glücklich. So, so glücklich. Es ist alles so gut, dass ich es kaum fassen kann. Der Sommer dieses Jahr war überhaupt nicht sorgloser. Die Sonne lag schwer auf meiner Haut. Regen befreit mich. Lässt mich aufspringen und tanzen. Das hier ist viel echter. Glück funktioniert auch ohne Sommer. Glück ist magisch. Wie der Herbst. Wie die orangefarbenen Blätter. Wie Freundschaften. Wie die Familie. Wie die Liebe.

Es ist alles so gut. Und wenn ich aufwache, dann bin ich motiviert aufzustehen. Einen weiteren Herbsttag zu genießen. Mit ganz viel Lesen, Serien gucken und Tee trinken. Kerzenschein und Lichterketten. Spaziergänge und Kuscheln. Wind und Regen. Freundschaften und Liebe. Das hier ist der Moment, den ich liebe. Der Moment, in dem ich die Welt vor Glück umarmen könnte. Meine Welt. Alles ist vergänglich und ich kann beobachten, wie langsam der Docht der Kerze herunterbrennt. Irgendwann geht sie aus. Alles ist vergänglich. Stimmt das? Aber ich warte nicht. Ich puste die Kerze aus. Jeder ist seines Glückes Schmied. Und wenn langsam der Rauch aufsteigt – dann bin ich noch immer glücklich. Alles ist vergänglich – wenn ich es vergehen lasse. Alles kann aufhören. Aber nichts muss.

Der Herbst ist magisch. Und ich glaube an Wunder. Und ich glaube, dass es Tage gibt, an denen alles möglich ist. Wenn wir die Tage zu solchen machen. Sie nutzen. Es ist nicht alles vergänglich. Wir müssen nur an den Menschen, die wir lieben, festhalten. Dann sind sie niemals vergänglich. Und wenn wir an unserem Glück festhalten, dann bleibt es. Wir können das jeden einzelnen Tag selbst entscheiden. Und jetzt gerade weiß ich, wie ich mich entscheide. Ich schaue der Kerze beim Brennen zu. Ich höre den Regen an meine Fensterscheiben prasseln. Und alles ist gut.

Der Herbst macht mich so glücklich. Aber vor allem die Menschen in meinem Leben. Die, die ich niemals loslassen möchte. Die niemals vergänglich sein sollen. Mit denen ich in jeder Jahreszeit glücklich sein möchte – und kann. Bei 30 Grad, bei Tränen. Bei Regen, bei Lachen. Immer. In jedem Moment.

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Alina

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20. Bremen. Berlinliebe. Tagebuch. Schreiben. Wasser. Reisen. Meer. Pizza. Uni. Liebe. Chai Latte. Lesen. Gedanken. Fotos. Erinnerungen. Hier und jetzt.

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